Planten un Blomen: Hamburgs grüne Mitte
Mitten in Hamburg versteckt sich ein 47 Hektar großes grünes Paradies – mit japanischem Garten, Wasserfontänen und Konzerten unter freiem Himmel.
Was bedeutet eigentlich „Planten un Blomen“?
„Planten un Blomen“ ist Niederdeutsch und bedeutet schlicht: Pflanzen und Blumen. Der Name passt perfekt zu diesem weitläufigen Park, der sich direkt an die Hamburger Innenstadt anschließt. Auf rund 47 Hektar erstreckt sich eine beeindruckende Vielfalt an Gartenlandschaften – von gepflegten Blumenbeeten über Wiesenflächen bis hin zu einem der schönsten Japanischen Gärten Europas. Der Park liegt zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Messegelände, eingefasst von der Innenstadt auf der einen und dem Schanzenviertel auf der anderen Seite. Diese zentrale Lage macht ihn zu einem der meistbesuchten Grünräume der Stadt – und trotzdem gelingt es dem Park immer wieder, echte Ruheoasen zu bieten, in denen der Großstadtlärm verstummt.
Die Geschichte des Parks reicht bis ins Jahr 1821 zurück, als auf dem Gelände des ehemaligen Bastionsgürtels erste Gärten angelegt wurden. Seinen Namen erhielt er bei der Niederdeutschen Gartenschau 1935; seine moderne Gestalt prägte die Internationale Gartenbauausstellung (IGA), die 1953 in Hamburg stattfand. Seitdem wurde er mehrfach erweitert und umgestaltet, behielt aber stets seinen Charakter als zugänglicher Volkspark – ohne Zaun, ohne Eintritt, offen für alle.
Der Japanische Garten: ein Hauch Fernost in Hamburg
Der Japanische Garten in Planten un Blomen ist einer der größten seiner Art in Europa. Er wurde 1990 nach einem Entwurf des japanischen Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki angelegt und umfasst rund 1,5 Hektar. Im Zentrum liegt ein kleiner See, an dessen Ufer ein traditionelles japanisches Teehaus steht. Kieswege, Steinbrücken, Bonsaibäume und sorgfältig geformte Gehölze sorgen für eine Atmosphäre der Ruhe, die man in einer Großstadt kaum erwartet.
Was den Garten besonders macht, ist das Zusammenspiel der einzelnen Elemente: Das Wasser im See wird von Koi-Karpfen belebt, die sich kaum von den Besucherinnen und Besuchern stören lassen. Die Steinlaternen und Wasserbecken folgen streng den Regeln der japanischen Gartenkunst, die auf Balance, Asymmetrie und Natürlichkeit ausgerichtet ist. Im Frühling, wenn die Kirschbäume blühen, ist der Japanische Garten einer der fotogensten Orte in ganz Hamburg. Im Herbst nimmt er eine völlig andere, ruhigere Schönheit an. Beide Jahreszeiten lohnen einen eigenen Besuch.
Wasserlichtkonzerte: Wenn der Park zum Spektakel wird
Von Mai bis September finden im Park abendliche Wasserlichtkonzerte statt. Über 700 Scheinwerfer, rund 100 Wasserdüsen und Fontänen, die bis zu 30 Meter hoch schießen, verwandeln den Parksee in eine Bühne aus Licht, Wasser und Musik. Im Mai, Juni, Juli und August beginnen die Konzerte täglich um 22 Uhr, im September schon um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei – bring eine Decke mit und genieß das Spektakel.
Die Konzerte dauern in der Regel rund 45 Minuten und zeigen verschiedene musikalische Programme, die sich im Laufe der Saison abwechseln – von klassischen Stücken über Filmmusik bis hin zu Popklassikern. Der beste Platz ist das Ufer des Parksees gegenüber der Fontänenanlage. Wer einen trockenen Abend erwischt und früh genug kommt, findet dort gute Sitzplätze. Auch bei leichtem Regen lohnt sich der Besuch – die beleuchteten Wasserfontänen wirken bei Nässe besonders eindrucksvoll.
Weitere Attraktionen im Park
Neben dem Japanischen Garten und den Wasserlichtkonzerten hat Planten un Blomen noch mehr zu bieten. Der Rosengarten im südlichen Teil zeigt im Sommer Hunderte von Rosensorten in voller Blüte und ist ein beliebtes Ziel für Gartenliebhaberinnen. Der Tropisch-Subtropische Gewächshauskomplex, der im nördlichen Bereich liegt, ermöglicht einen Blick auf Pflanzen aus den Regenwäldern der Erde – ein besonderer Tipp für Regentage. Für Kinder gibt es mehrere Spielbereiche sowie eine Rollschuhbahn, die vor allem in den Sommermonaten gut besucht ist.
Für wen ist der Park geeignet?
Planten un Blomen ist ein Ort für viele: Familien mit Kindern, die auf den Spielflächen toben wollen; Läufer, die den Außenring als Joggingstrecke nutzen; Menschen, die einfach auf der Wiese liegen und die Seele baumeln lassen; oder Gartenliebhaberinnen, die die botanischen Schätze des Parks systematisch erkunden. Die verschiedenen Gartenabschnitte bieten für jeden etwas.
- Rund 47 Hektar Park im Herzen der Stadt – frei zugänglich, kein Eintritt
- Japanischer Garten: einer der größten Europas, angelegt 1990 nach Entwurf von Yoshikuni Araki
- Wasserlichtkonzerte täglich von Mai bis September, Eintritt frei
- Rosengarten mit Hunderten von Sorten, schönste Blütezeit Juni bis Juli
- Tropisch-Subtropischer Gewächshauskomplex für Regentage und Naturliebhaber
- Gut erreichbar: U-Bahn Stephansplatz (U1) oder Messehallen (U2/U3)
Besuchstipps für alle Jahreszeiten
Im Frühling locken blühende Tulpen- und Rosenbeete, im Sommer die Konzertabende. Der Herbst bringt ein Farbenspiel in den Baumkronen, das für Fotografinnen und Fotografen besonders lohnend ist. Selbst im Winter hat der Park seinen Reiz: Stille Wege, Skulpturen im Nebel und die Möglichkeit, die Struktur des Japanischen Gartens ohne Blätter zu erleben. Der Park ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich.
Ein praktischer Tipp: Wenn du die Wasserlichtkonzerte mit dem Japanischen Garten kombinieren möchtest, plane dafür einen Abend in den Sommermonaten ein. Komm gegen 20 Uhr in den Park, spaziere durch den Japanischen Garten im Abendlicht, genieß danach ein Picknick am See und bleib für das Konzert um 22 Uhr. Das ist einer der schönsten kostenfreien Abende, die Hamburg zu bieten hat.