Entdecken

Maritimes Museum Hamburg: Seefahrt erleben

Auf zehn Ausstellungsdecks im historischen Kaispeicher B nimmt dich das Internationale Maritime Museum Hamburg mit auf eine Reise durch 3.000 Jahre Seefahrtsgeschichte.

Maritimes Museum Hamburg: Seefahrt erleben – Hamburg-Lifestyle

Wer in Hamburg Seefahrt verstehen will, kommt am Internationalen Maritimen Museum in der Speicherstadt nicht vorbei. Untergebracht im denkmalgeschützten Kaispeicher B – einem der ältesten erhaltenen Speichergebäude des Hamburger Hafens – zeigt es eine der umfangreichsten maritimen Sammlungen der Welt.

Das Gebäude: Kaispeicher B in der Speicherstadt

Der Kaispeicher B wurde im Jahr 1879 erbaut und diente Jahrzehnte lang als Lager für Güter aus aller Welt. Heute beherbergt er auf neun Ausstellungsdecks die Sammlung von Peter Tamm, einem der bedeutendsten maritimen Sammler Deutschlands. Schon das Gebäude selbst ist ein Ausstellungsstück – die Backsteinfassade, die Speicherböden und der markante Turm prägen das Bild der Speicherstadt maßgeblich mit. Wer durch die schweren Türen tritt, betritt nicht nur ein Museum, sondern ein Stück Hamburger Industriegeschichte. Die originalen Holzböden, die massiven Tragbalken und die tiefen Lagergeschosse erinnern daran, welche Waren hier einst lagerten – Tee, Kaffee, Kakao und Gewürze aus fernen Ländern, angeliefert von ebenso fernen Meeren.

Die Sammlung: zehn Decks, 3.000 Jahre Geschichte

Die Ausstellung führt chronologisch durch die Geschichte der Seefahrt: von antiken Handelsrouten und Entdeckungsreisen über die Blütezeit der Segelschifffahrt bis hin zu modernen Containerschiffen. Auf jedem Deck erwartet dich ein neues Thema – mal dominieren detailgetreue Schiffsmodelle, dann historische Seekarten und Navigationsinstrumente, dann Uniformen, Gemälde oder persönliche Gegenstände berühmter Seefahrer. Die Sammlung umfasst mehr als eine Million Objekte, von denen ein bedeutender Teil dauerhaft ausgestellt ist. Allein die Anzahl der Schiffsmodelle – über 26.000 Stück – ist weltweit einmalig. Besonders eindrucksvoll ist, wie konsequent jedes Deck ein eigenes Kapitel der maritimen Geschichte erzählt, ohne dabei den roten Faden zu verlieren.

Highlights der Ausstellung

Besonders beeindruckend ist die Sammlung von Schiffsmodellen – von kleinen Holzbooten bis hin zu großformatigen Nachbauten legendärer Schiffe. Historische Seekarten aus dem 15. und 16. Jahrhundert zeigen, wie das Bild der Welt sich durch die Entdeckungsreisen veränderte. Uniformen und Ausrüstungsgegenstände verschiedener Marinen erzählen von der menschlichen Seite der Seefahrt – von Abenteuern, aber auch von harter Arbeit und Gefahren. Zu den besonderen Exponaten zählen außerdem Gemälde großer Marinemaler, die Seeschlachten und Sturmseen in beeindruckenden Formaten festgehalten haben, sowie historische Navigationsinstrumente wie Sextanten, Kompassrosen und frühe Chronometer. Wer sich für Unterwasserwelt und Marine-Archäologie interessiert, findet auf eigenen Decks Einblicke in Wracks, Bergungsgeschichten und die Anfänge der modernen Tauchforschung.

Tipps für den Besuch

Plane für einen ausführlichen Rundgang mindestens zwei bis drei Stunden ein – wer alle Decks in Ruhe erkunden möchte, kann auch einen halben Tag verbringen. Es empfiehlt sich, einen Audioguide oder eine Führung zu buchen, da viele Objekte ohne Erklärung ihren vollen Kontext erst beim zweiten Blick preisgeben. Kinder ab etwa acht Jahren finden die Schiffsmodelle und interaktiven Bereiche besonders spannend; jüngere Kinder könnten von der schieren Menge der Exponate überfordert sein. An Wochenenden kann das Museum gut besucht sein – ein Besuch unter der Woche ist oft ruhiger und entspannter.

Für wen lohnt sich das Museum?

Das Maritime Museum spricht maritime Begeisterte ebenso an wie Geschichtsinteressierte und Familien mit älteren Kindern. Die Tiefe der Sammlung macht es zu einem Ort, den man mehrfach besuchen kann. Führungen und Sonderausstellungen ergänzen die Dauerausstellung regelmäßig. Wer Hamburg nicht nur als Hafenstadt, sondern als Knotenpunkt der Weltgeschichte verstehen möchte, findet hier eine der besten Anlaufstellen der Stadt.

Praktische Informationen

  • Adresse: Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg (Speicherstadt).
  • Öffnungszeiten: täglich 10–18 Uhr.
  • Eintritt: Erwachsene 18 Euro, ermäßigt 13 Euro, Kleinfamilie 21 Euro.
  • Gut erreichbar mit der U1 (Haltestelle Meßberg) oder zu Fuß vom Hauptbahnhof.
  • Tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Spaziergang durch die Speicherstadt oder einem Abstecher ins nahe gelegene Miniatur Wunderland.
  • Audioguides und Führungen erhältlich – vorab auf der Website prüfen.

Das Internationale Maritime Museum ist kein Museum für schnelle Besucher. Wer sich Zeit nimmt, wird mit Geschichten belohnt, die vom Abenteuer, vom Handel und vom unerschrockenen Drang der Menschen erzählen, den Horizont immer weiter hinauszuschieben. Kein anderer Ort in Hamburg macht greifbarer, wie sehr diese Stadt immer von der See abhängig war – und wie sehr sie es bis heute ist.

Häufige Fragen

Wie viele Ausstellungsdecks hat das Maritime Museum Hamburg?
Das Internationale Maritime Museum Hamburg zeigt seine Sammlung auf neun Ausstellungsdecks im historischen Kaispeicher B in der Speicherstadt.
Was kostet der Eintritt ins Maritime Museum Hamburg?
Der Eintritt kostet für Erwachsene 18 Euro, ermäßigt 13 Euro und für eine Kleinfamilie 21 Euro. Das Museum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Wie komme ich zum Internationalen Maritimen Museum Hamburg?
Das Museum liegt im Kaispeicher B in der Speicherstadt. Am besten erreichst du es mit der U1 (Haltestelle Meßberg) oder zu Fuß vom Hamburger Hauptbahnhof.